Aktuelle Infos

Geistig fit bleiben: So funktioniert Gedächtnistraining


Lernen trainiert unser Gedächtnis – und das ein Leben lang. Damit sind nicht etwa Vokabeln oder mathematische Formeln gemeint, sondern ganz Alltägliches. Auch im hohen Alter kann man sein Gedächtnis durch regelmäßiges Training verbessern und so den Rückgang der Gehirnleistung bei Demenz verzögern. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, geistig fit zu bleiben, beispielsweise durch anspruchsvolle Hobbys und Bewegung.


Von Reisen bis Tanzen

Das Gehirn trainiert man am besten, indem man es regelmäßig vor neue Herausforderungen stellt. Ein gutes Beispiel ist das Reisen: Die Kombination aus Bewegung und Orientierung in einer fremden Umgebung fordert das Gehirn auf besondere Weise. Und es gibt weitere Hobbys, die die kognitive Leistungsfähigkeit verbessern. So gilt Musizieren als besonders effektiver Schutz vor Demenzerkrankungen, da gleichzeitig Konzentration und Koordination gefördert werden. Auch Tanzen fordert gleich mehrere Hirnleistungen heraus: Denken, Sehen, Hören und Bewegen. Menschen, die eine fremde Sprache sprechen oder sogar lernen, beanspruchen das Gehirn ebenfalls stark durch ihr Hobby.


Neben geistigen Tätigkeiten fördert auch Bewegung die mentale Fitness, vor allem im Bereich des Konzentrations- und Erinnerungsvermögens. Empfehlenswert sind besonders Hobbys wie Gartenarbeit oder Wandern, denn sie fördern das Wachstum und die Verknüpfung neuer Nervenzellen. Für welche Freizeitaktivität auch immer man sich entscheidet, die wichtigste Voraussetzung ist: Es sollte Freude bereiten. Denn auch Lernen sollte in erster Linie Spaß machen und nicht nur Mittel zum Zweck sein, sonst bleibt meist auch der Erfolg auf der Strecke. Wer hingegen Positives erlebt, schüttet Botenstoffe aus, die dabei helfen, das Erlernte besser zu speichern.


Kochen – ein Hobby für die Sinne und das Gedächtnis

Ein Hobby, das Sinne und Gehirn auf vielerlei Ebenen anspricht, ist das Kochen. Die Tätigkeit an sich ist bereits sehr anspruchsvoll: Wenn alles gleichzeitig warm serviert werden soll, müssen Zubereitungs- und Garzeiten genau aufeinander abgestimmt sein. Die Herausforderung fürs Gehirn wird größer, je mehr Gänge das Menü hat. Kochen ist eine schöne Gelegenheit, mal unbekannte Zutaten auszuprobieren – das regt übrigens auch die Neubildung von Synapsen an, wenn man durch neue Konsistenzen oder Aromen neue Sinneseindrücke gewinnt. Sobald Inhalte mit Sinneswahrnehmungen wie Gerüchen, Geschmäckern oder Bildern kombiniert werden, bleiben sie länger im Gedächtnis.


Wer neue Inhalte lernt, ob beim Kochen, Musizieren oder Gärtnern, festigt seine Synapsen und bildet neue.

Übrigens lernt es sich in Gesellschaft besser und leichter. So lernen wir nicht nur voneinander, wir lernen auch besser miteinander durch gegenseitige Motivation und Feedback. Kommunikation ist also ein wichtiger Aspekt des Lernens – und damit für unser Gedächtnis.


15 Minuten tägliches Gehirnjogging

Neben Hobbys und Bewegung im Alltag gibt es auch die Möglichkeit, das Gedächtnis mit verschiedenen Übungen zu trainieren – besser bekannt unter dem Begriff Gehirnjogging. Dabei bekommt das Gehirn eine Aufgabe gestellt, die es lösen muss. Das kann etwas aus dem Bereich Allgemeinwissen oder logisches Denken sein, so wird das Konzentrations- und Denkvermögen angeregt. Schon 15 Minuten am Tag reichen aus, um einen Effekt zu erzielen. Längere Einheiten wirken eher ermüdend, zudem sollte man den Spaß an der Sache nicht verlieren.


Die folgenden Übungen können dabei helfen, das Gedächtnisleistung zu steigern: https://demenz-portal.at/gedaechtnistraining/



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Mittwoch, den 2. April 2025

Gleichberechtigung jetzt auch bei der Darmkrebsvorsorge


Je früher Darmkrebs entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Vorsorge ist wichtig und wird deshalb auch von der Krankenkasse übernommen. Nun werden die Früherkennungsuntersuchungen auf Darmkrebs für Frauen erweitert.


Zum 1. April dieses Jahres wird das Darmkrebs-Screening-Programm vereinheitlicht, dann haben sowohl Frauen als auch Männer ab dem Alter von 50 Jahren das Recht, eine Darmspiegelung (Koloskopie) in Anspruch zu nehmen. Dies durften Männer bereits ab einem Alter von 50 Jahren, weil sie ein erhöhtes Risiko für Darmkrebserkrankungen haben. Zur besseren Praktikabilität soll dies nun vereinheitlicht werden. Die meisten Versicherten erhalten alle fünf Jahre zum runden Geburtstag einen Brief von ihrer Krankenkasse mit Informationsmaterial zum Thema Darmkrebsvorsorge.
 
Wer sich nicht überwinden kann, die sehr sinnvolle Vorsorgemaßnahme in Anspruch zu nehmen, hat alternativ die Möglichkeit, alle zwei Jahre einen Stuhltest auf verstecktes Blut (IFOB) durchführen zu lassen. Wenn dieser Test positiv ausfällt, besteht immer ein Anspruch auf eine Darmspiegelung.


Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Darmkrebsrisiko
Es gibt natürlich Patientinnen und Patienten, die ein erhöhtes Darmkrebsrisiko haben. Dies ist zum Beispiel bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder einer familiären Belastung der Fall. Hier greift die Altersgrenze von 50 Jahren nicht. Bei diesen Patientinnen und Patienten kann und muss gegebenenfalls auch deutlich früher in regelmäßigen Abständen eine Darmkrebsvorsorgeuntersuchung durchgeführt werden.
 
Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben, sprechen Sie uns an, wir sind Ihnen gerne behilflich.


Hier gibt es weitere Infos zur Darmkrebsfrüherkennung: https://www.kbv.de/media/sp/Patienteninfo_Darmkrebsfrueherkennung_Screening.pdf

 

geschrieben von Brigitte Sauter

Mittwoch, den 19. März 2025

Allergien: Symptome, Ursachen, Behandlung


Für manche ist es die Nachbarskatze, für andere das Frühstücksei oder eine blühende Wiese: Was für viele harmlos klingt, kann für Menschen mit einer Allergie zum Problem werden. Doch was ist eigentlich eine Allergie? Welche Symptome deuten darauf hin? Und was hilft dagegen?


Von geröteten Augen bis Hautausschlag

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem überempfindlich auf eigentlich harmlose körperfremde Substanzen (Allergene) wie zum Beispiel Pflanzenpollen oder bestimmte Nahrungsmittel.


Je empfindlicher das Immunsystem auf einen allergieauslösenden Stoff (Allergen) reagiert, desto stärker sind die Beschwerden. Allergien können bei den Betroffenen zu tränenden oder geröteten Augen, Niesanfällen, Schnupfen, juckendem Hautausschlag, Schwellungen an Mund und Zunge führen oder Bauchschmerzen verursachen. Selten kann eine allergische Reaktion auch einen anaphylaktischen Schock auslösen. Dabei verengen sich die Atemwege, es kommt zu schwerer Atemnot und der Blutdruck fällt stark ab. Ohne sofortige Behandlung kann ein solcher Schock lebensbedrohlich werden.


Neigungen zu Allergien häufig familiär bedingt

Wann merken Betroffene Symptome? Ein saisonaler Heuschnupfen macht sich nur während des Pollenflugs bemerkbar. Allergien gegen Hausstaubmilben oder Haustiere können das ganze Jahr über zu Beschwerden führen, da die Allergene nicht nur im Frühjahr oder Sommer in der Atemluft sind. Bei Allergien gegen Medikamente und Insektengift sind die Beschwerden zwar auf einzelne Situationen beschränkt, dafür jedoch oft deutlich stärker.


Die Neigung zu einer Allergie ist häufig familiär bedingt. Eine solche Neigung nennen Fachleute „Atopie“. Ob daraus tatsächlich eine Allergie entsteht, hängt unter anderem von Umwelteinflüssen ab. Faktoren wie Luftverschmutzung und Zigarettenrauch können Allergien und Folgeerkrankungen wie Asthma wahrscheinlicher machen.


Was passiert bei einer Allergie?

Bei einer allergischen Reaktion reagiert das Immunsystem des Körpers auf bestimmte, eigentlich harmlose Fremdeiweiße (Allergene) wie auf einen Krankheitserreger oder Fremdkörper. Hausstaubmilben oder Nahrungsmittel bedeuten normalerweise keine Gefahr für den Körper. Bei einer Allergie lösen sie jedoch Beschwerden aus. Denn das Immunsystem bildet Abwehrstoffe (IgE-Antikörper) gegen diese Substanzen, weil es sie für schädlich hält und versucht, sie zu bekämpfen. Diese Antiköper bilden sich beim ersten Kontakt mit dem Allergen und binden sich an bestimmte Zellen. Dieser Vorgang wird „Sensibilisierung“ genannt. Kommt es danach zu einem erneuten Kontakt, setzen diese Zellen chemische Stoffe frei, darunter das Gewebshormon Histamin. Diese Stoffe lösen dann allergische Reaktionen aus wie Niesen, Husten oder Hautausschlag.


Häufigkeit und Verlauf von Allergien

Bei etwa jedem dritten Menschen in Deutschland wird im Laufe des Lebens eine allergische Erkrankung festgestellt. Etwa 20 bis 25 Prozent aller Kinder und Jugendlichen haben Heuschnupfen oder Asthma. In den letzten 30 Jahren ist die Zahl der Menschen mit Allergien gestiegen.


Allergien beginnen meist schon im Kindes- und Jugendalter und bleiben oft ein Leben lang bestehen. Manche bilden sich aber bei Erwachsenen wieder zurück. So können bestimmte Nahrungsmittelallergien wie beispielsweise gegen Milch oder Hühnerei wieder verschwinden, eine Erdnussallergie in der Regel nicht. Ob sich eine Allergie wieder zurückbilden kann, hängt also vom Auslöser ab.


Etagenwechsel und Kreuzallergien

Die Beschwerden sind anfangs oft nur leicht, mit der Zeit werden sie dann stärker. Manchmal kommen weitere Erkrankungen hinzu. So kann Heuschnupfen über viele Jahre zu einem sogenannten Etagenwechsel führen. Das bedeutet, dass die Beschwerden auf die unteren Atemwege übergehen und sich ein Asthma entwickelt.


Eine allergische Reaktion beispielsweise auf Pollen kann mit einer Allergie gegen bestimmte Nahrungsmittel einhergehen. Dann spricht man von einer Kreuzallergie. Eine Kreuzallergie entsteht, weil die unterschiedlichen Allergene ähnliche Eiweiße enthalten, auf die das Immunsystem reagiert.


Behandlungsmöglichkeiten bei Allergien

Allgemein gilt: Im Idealfall den Kontakt mit dem Allergen vermeiden. Wie gut dies gelingt, hängt vor allem von der Art des Auslösers ab. Bestimmte Nahrungsmittel oder chemische Stoffe lassen sich meist recht gut umgehen. Vor Pollen kann man sich dagegen kaum schützen. Ein Pollenflug-Kalender kann aber zeigen, wie hoch die Belastung in bestimmten Regionen ist. Bei einer Allergie gegen Hausstaubmilben ist es möglich, die Belastung im Haushalt etwas zu verringern, zum Beispiel durch regelmäßiges Putzen, einen milbendichten Matratzenbezug und die Entfernung von Staubfängern.

Medikamente wie Antihistaminika oder Kortison-Präparate werden vor allem bei allergischem Schnupfen und allergischen Bindehautentzündung oft angewendet. Diese Mittel gibt es unter anderem als Tabletten, Nasenspray oder Augentropfen. Bei allergischen Hautreaktionen werden auch Kortisonsalben oder -cremes eingesetzt.


Desensibilisierung

Unter Hyposensibilisierung (Desensibilisierung) versteht man spezielle Therapien gegen die Überreaktionen des Immunsystems: Bei dieser Behandlung werden ähnlich wie bei einer Impfung regelmäßig niedrige Dosen des Allergens unter die Haut gespritzt oder als Tablette oder Tropfen unter die Zunge gegeben.


Meistens dauert eine komplette Hyposensibilisierung etwa drei Jahre, bei Insektengiftallergie bis zu fünf Jahre. Wichtig für den Erfolg ist, dass die Behandlung kontinuierlich durchgehalten wird. Eine abgebrochene Therapie ist eine verschenkte Chance und erzeugt unnötige Kosten.


Erster Ansprechpartner bei einer Allergie ist die hausärztliche Praxis. Sie kann zum Spezialisten überweisen. Das sind üblicherweise Ärztinnen und Ärzte mit Fachgebiet Lungen-, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kinderheilkunde oder Hautkrankheiten, die eine langjährige Erfahrung mit Allergen-Immuntherapie haben.


Die Ärzte versuchen möglichst genau einzugrenzen, auf welche Allergene der Betroffene reagiert. Viele Patientinnen und Patienten haben gleichzeitig mehrere Allergien, reagieren zum Beispiel allergisch auf Bäume und Gräser. Manchmal hilft es, wenn Betroffene bereits eine Zeit lang über ihre Beschwerden Buch geführt haben. Auch ein Allergietest an der Haut liefert Hinweise, auf welche Stoffe der Betroffene sensibilisiert ist. Darüber hinaus können Bluttests sinnvoll sein.

Sprechen Sie uns an.



geschrieben von Marvena Zeller

Dienstag, den 18. Februar 2025

Wir begrüßen eine neue Kollegin!


Zum 1. März 2025 begrüßen wir eine neue Kollegin bei uns im Team: Wiebke Bonaker wird künftig im Rahmen ihrer Weiterbildung zur Fachärztin für Allgemeinmedizin unsere Praxis bereichern.


Die neue Kollegin hat ihr Medizinstudium an der Philipps-Universität in Marburg abgeschlossen. Berufliche Stationen absolvierte Frau Bonaker als Assistenzärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe im Krankenhaus St. Joseph-Stift in Bremen. Zudem hat sie ein praktisches Jahr in den Bereichen Chirurgie, Innere Medizin sowie in der Gynökologie und Geburtshilfe absolviert.


Wiebke Bonaker lebt in Bremen.

 

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!


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Montag, den 10. Februar 2025

Kopfläuse: Was bei einem Befall zu tun ist


Der Gedanke an Kopfläuse versetzt viele Eltern in Aufregung: Wo kommen sie her? Und wie werden wir sie wieder los? Natürlich sind Kopfläuse nicht angenehm, aber sie sind auch kein Beinbruch. Wenn man Kopfläuse schnell und sorgfältig behandelt, ist man die lästigen Blutsauger rasch wieder los.


Kopfläuse haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun und kommen gerade unter Kindern immer mal wieder vor. Vor allem Eltern von Kita- und Schulkindern können davon ein Lied singen. Denn die zwei bis vier Millimeter langen Parasiten vermehren sich schnell. Sie kleben ihre Eier an den Haaren in der Nähe des Ansatzes fest, innerhalb einer Woche schlüpfen neue Läuse. Wenn Kinder ihre Köpfe zusammenstecken, klettern die Läuse über die Haare von einem Kopf zum anderen. Die Bisse können ordentlich jucken, sie sind aber ungefährlich. Weder verteilen sie Gift, noch Krankheiten.


Erste Anzeichen von Läusen

Doch woran merkt man überhaupt, ob die Kinder von Kopfläusen betroffen sind? Meist beginnt es damit, dass sich das Kind auffällig oft am Kopf kratzt. Auch wenn es in der Kita oder Schule einen bekannten Läusebefall gab, sollten Sie den Kopf auf Kopfläuse untersuchen. Dabei sollten alle Familienmitglieder inspiziert werden. Am besten nutzen Sie einen speziellen Läusekamm aus der Apotheke oder Drogerie. So gehen Sie vor: Kämmen Sie gegen die Haarwuchsrichtung am Ansatz jede Strähne zweimal durch und streichen Sie den Kamm anschließend an einem Tuch ab, um mögliche Parasiten erkennen zu können.


Doch nicht nur auf Läuse selbst sollte man das Kind untersuchen, auch auf Eier, sogenannte Nissen. Diese befinden sich häufig an den Haaren hinter dem Ohr oder Nacken. Nissen werden oft mit Schuppen verwechselt. Allerdings lassen sich Hautschuppen abschütteln, während Nissen am Haar kleben.


Maßnahmen bei Läusen

Sie haben Kopfläuse oder Nissen entdeckt? Dann sollten Sie schnell mit der Behandlung starten. Ein Arztbesuch ist nicht notwendig, Sie können sofort loslegen. Alles Notwendige zur Bekämpfung von Läusen bekommen Sie in der Apotheke. Zur Auswahl stehen Shampoos und Tinkturen mit Insektengift sowie Mittel mit Silikonöl, die die Kopfläuse mit einer Ölschicht bedecken, so dass sie ersticken. Im Anschluss an die Verwendung dieser Mittel sollte das Haar mehrmals pro Woche sorgfältig mit einem Läusekamm ausgekämmt werden, damit Läuse und Nissen entfernt werden. Die Behandlung muss in der Regel nach sieben bis zehn Tagen wiederholt werden, nähere Infos finden sich in der Packungsbeilage.


Was ist noch zu tun? Eltern müssen bei einem Läusebefall unbedingt die Schule oder den Kindergarten darüber informieren. Auch Personen, mit denen enger Kontakt in der Zeit zuvor bestand, sollte informiert werden.


Und wie lange muss mein Kind nun zu Hause bleiben? Hierauf hat der Gesetzgeber eine klare Antwort. Wenn ein Kind Läuse hat, darf es so lange nicht in den Kindergarten oder in die Schule gehen, bis der Befall behandelt ist. Das heißt, dass Kinder bereits am Tag nach der Behandlung mit einem nachweislich wirksamen Mittel gegen Läuse wieder eine Gemeinschaftseinrichtung betreten darf. Die Einrichtungen entscheiden dabei selbst, ob dafür ein ärztliches Attest notwendig ist.

 

Schutz vor Läusen und weitere Maßnahmen

Nach der Behandlung mit einem Läusemittel, sollte man sichergehen, dass die Läuse nicht wiederkommen. Dafür sollten einige Maßnahmen ergriffen werden:


  • Zwar überleben Läuse nicht lange auf Gegenständen und Textilien, dennoch sollten Bettwäsche, Schals, Mützen und Bürsten nicht von anderen Familienmitgliedern benutzt werden.
  • Die Kämme, Bürsten und Haarspangen des betroffenen Kindes sollte mit heißem Wasser und Seife gewaschen werden.
  • Benutzte Bettwäsche, Kleidung, Kuscheltiere und Handtücher sollten bei 60 Grad gewaschen werden.
  • Übrige Textilien für drei Tage in einem Plastiksack verschließen.


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Dienstag, den 4. Februar 2025

Angsterkrankung: Anzeichen, Ursachen, Behandlung


Angststörungen zählen weltweit zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen. Doch welche Anzeichen, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten gibt es?


Erst einmal ist Angst eine Alarmfunktion für den Organismus. Denn sie ist eine natürliche körperliche und psychische Reaktion auf Gefahrenreize mit dem Ziel, der Gefahrenquelle zu entkommen oder sie zu beseitigen. Damit stellt Angst eine sinnvolle Reaktion auf reale Bedrohungen dar. Sie sichert das Überleben durch eine Flucht- oder Kampfreaktion sowie durch Vermeidung und erhöhte Aufmerksamkeit/Wachheit gegenüber der Gefahr.


Symptome einer Angsterkrankung

Besteht bei Menschen eine Angsterkrankung, kann es auch ohne eine reale Gefahr zu einer gesteigerten, unkontrollierbaren Angstreaktion im Sinne einer Panikattacke kommen. Es kommt plötzlich und unerwartet zu Attacken mit intensiver Angst und körperlichen Beschwerden wie Herzklopfen, Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Atemnot, Erstickungsgefühlen, Schwindel, Übelkeit, Hitzewallungen oder Kälteschauer, Mundtrockenheit, Taubheits- oder Kribbelgefühle der Hände oder um die Lippen, Furcht vor Kontrollverlust und Todesangst. Die Symptome steigern sich über etwa zehn Minuten, halten dann für maximal zwei Stunden an und verschwinden plötzlich. Zwischen den Attacken besteht Angst vor erneuten Panikanfällen.


Je nach Erkrankung kann die Angstreaktion allgemein oder als Reaktion auf bestimmte Reize vorkommen. Oftmals tritt sie im Verlauf zusammen mit einer Agoraphobie auf, einer Furcht vor bestimmten Situationen oder Orten, denen man sich im Fall einer Panikattacke nicht entziehen kann.


Genetische und soziale Faktoren spielen eine Rolle

Die Ursache liegt in einem komplexen Wechselspiel aus genetischen und sozialen Faktoren. So tritt eine Panikstörung häufiger bei Menschen auf, in deren naher Verwandtschaft auch andere davon betroffen sind. Ebenso können traumatische Erfahrungen in der Kindheit zu einer Panikstörung beitragen. Oft tritt sie bei Betroffenen in Zeiten mit viel Stress oder belastenden Lebensereignissen auf.


Im Laufe des Lebens sind etwa ein bis sechs Prozent der Menschen von einer Panikstörung betroffen. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Die Erkrankung beginnt meist im Alter von 30 und 50 Jahren.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Panikstörung

Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) als Behandlungsmöglichkeit hat die am besten belegte Wirksamkeit bei einer Panikstörung. Sie findet in Einzel- oder Gruppensitzungen statt. In den Therapiesitzungen werden die häufig auftretenden Sorgen und typischen körperlichen Erscheinungsformen der Angst besprochen. So entsteht ein Verständnis dafür, wie es zu Panikattacken kommt. Besteht auch eine Agoraphobie, so werden Betroffene nach und nach auch mit angstauslösenden Situationen unter therapeutischer Begleitung konfrontiert (Expositionstherapie).


Ist eine KVT nicht wirksam oder nicht verfügbar, kann auch eine psychodynamische Psychotherapie angeboten werden. Zudem besteht die Möglichkeit einer medikamentösen Therapie in Form von einer Behandlung mit Antidepressiva. Dabei ist wichtig zu wissen, dass die Wirkung oft erst nach zwei oder mehr Wochen eintritt. Die richtige Dosis muss erst im Verlauf je nach Symptomen und Ansprechen gefunden werden. Um Rückfälle zu verhindern, sollten die Antidepressiva nicht sofort abgesetzt werden, wenn es der betroffenen Person besser geht, sondern noch mindestens sechs bis 12 Monate weiter eingenommen werden.


Ergänzend zur Psychotherapie und Medikamenten ist Ausdauersport empfehlenswert. Entspannungstechniken können helfen, Attacken schneller abzufangen. Ein Symptomtagebuch kann hilfreich sein, den Umgang mit Panikattacken zu erleichtern.


Linderung der Symptome

Zwar ist durch keine Behandlungsmethode eine schnelle und einfache „Heilung“ zu erwarten, die verschiedenen Verfahren können aber dafür sorgen, dass Symptome gemildert werden und man mit der Angst besser umgehen kann. Das ist oft schon nach einigen Wochen spürbar. Viele Menschen schaffen es mit Geduld und der Hilfe einer Therapeutin oder eines Therapeuten mit der Zeit, ihre Angststörung zu überwinden


Bei fast neun von zehn Betroffenen treten nach Ende einer Therapie keine Panikattacken mehr auf. Nach sieben Jahren gilt das immer noch für zwei von drei Betroffenen.


Unbehandelt nimmt eine Angsterkrankung meist einen chronischen phasenhaften Verlauf und beeinträchtigt das Alltagsleben oftmals stark.


Nicht vor angstauslösenden Situationen flüchten

Die wichtigste Regel ist, dass man nicht vor den angstauslösenden Situationen flüchtet. Das heißt, dass man zum Beispiel bei einer Agoraphobie nicht vor einem Fahrstuhl „kneift“ und stattdessen die Treppe benutzt, den Einkauf in einem Supermarkt meidet und dafür in einem kleinen Geschäft einkauft oder mit einem Taxi fährt, weil man Angst vor einer Busfahrt hat. Bei einer Angsterkrankung ist es wichtig, dass man sich beim Auftreten einer Panikattacke immer wieder klar macht, dass die Angstsymptome wie zum Beispiel Herzrasen, Schwitzen oder Schwindel nicht zu irgendwelchen schädlichen Folgen, wie Ohnmacht, Herzinfarkt usw. führen können.


Wer eine Panikattacke hat, könnte prinzipiell ganz normal das weiter tun, was er gerade eben getan hat. Oder man könnte einen Dauerlauf machen, Holz hacken, eine Treppe hinauflaufen, mit anderen Menschen sprechen oder sich auf andere Weise ablenken. Sinnvoll ist es, bei der Konfrontation mit schwierigen Situationen schrittweise vorzugehen und sich nicht zu überfordern. Je häufiger und je mehr man sich diesen angstauslösenden Situationen aussetzt, desto eher kann man die Angst abbauen. Sicherlich kostet es große Überwindung, in solche Situationen hineinzugehen, nachdem man sie jahrelang gemieden hat. Wichtig ist es, auch kleine Erfolge wahrzunehmen und sich darüber zu freuen. Seien Sie stolz auf jeden einzelnen Schritt! Auch auf die kleinen.


Infos und Links zu Selbsthilfegruppen

Die Deutsche Angst-Hilfe vermittelt bundesweit an örtliche Selbsthilfegruppen. Bei der nächstgelegenen Selbsthilfe-Kontaktstelle weiß man am besten über die Selbsthilfegruppen-Szene vor Ort Bescheid.


Selbsthilfegruppen sind vielleicht nicht jedermanns Sache, aber viele Menschen haben gute Erfahrungen damit gemacht. Man merkt, dass man nicht der oder die einzige Betroffene mit einer solchen Problematik ist, man findet Verständnis und gute Tipps aus der persönlichen Erfahrung der Anderen. Selbsthilfegruppen können ein ideales Lern- und Übungsfeld sein nach neben professionellen Behandlungen.
 

geschrieben von Marvena Zeller

Mittwoch, den 15. Januar 2025

Neue RSV-Impfung: Was Sie wissen sollten


Seit Herbst dieses Jahres gibt es eine neue Impfung für alle älteren Menschen – und zwar gegen das RSV, das respiratorische Synzytial-Virus. Alle Patientinnen und Patienten ab 75 Jahre haben jetzt Anspruch auf eine Impfung.

 

Aktuell wird die Impfung durch die STIKO empfohlen, die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen muss aber aktuell (Stand Anfang November 2024) weiter bei der jeweiligen Krankenversicherung beantragt werden: Aktuell müssen Sie als Patientin oder Patient in Vorleistung gehen, die Kosten liegen bei über 200 Euro. Die ist dem Umstand geschuldet, dass die notwendige Vereinbarung der Überführung der Schutzimpfung in den Bremer Rahmenvertrag noch aussteht. Wir hoffen, dass dieser Zustand sich bald normalisiert.

 

Wie wird das Virus übertragen?

In den Medien ist gerade nach Start der Pandemie immer wieder über das RS-Virus geschrieben worden, insbesondere im Zusammenhang mit kleinen Kindern, die schwerste Krankheitsverläufe aufweisen können. Das Virus kann generell Menschen in allen Altersklassen betreffen. Es ist dadurch gekennzeichnet, dass Krankheitssymptome im Bereich der unteren Atemwege auftreten und die Patienten Erkältungssymptome aufweisen. Das Virus wird im Rahmen einer Tröpfcheninfektion übertragen, d.h. beim Niesen oder beim Husten können infizierte Menschen kleinste Tröpfchen, die Viren enthalten, in der Luft versprühen und dadurch andere Menschen anstecken.

 

Das RS-Virus kann auch durch eine Schmierinfektion weitergegeben werden. Bei entsprechendem hygienischem Vorgehen ist insofern wenig Infektionsrisiko zu erwarten. RSV-Infektionen können unterschiedlich schwer verlaufen. Es kann mit leichten Infektionen der oberen Atemwege anfangen, aber manchmal sind Infektionen so schwer, dass eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich ist und auch tödliche Verläufe sind in seltenen Fällen möglich.

 

Die Ansteckungsdauer beträgt in der Regel zwischen 2 und 8 Tagen, im Durchschnitt bei fünf Tagen. Menschen mit geschwächter Immunabwehr können manchmal auch deutlich länger, nämlich bis zu Wochen das Virus in sich tragen und das Virus im Einzelfall sogar noch über Monate ausscheiden.

 

Zu welchen Symptomen kommt es?

Bei Kindern kommt es oft zu Schnupfen und Appetitverlust, das kann sich weiter fortsetzen in Husten und Niesen. Es kann zudem zu einer deutlich verschnellerten Atmung und bis hin zu Atemnot kommen. Bei Frühgeborenen kann es auch zu Aussetzern der Atmung kommen. Bei Erwachsenen weisen die Betroffenen oft gar keine oder kaum Krankheitszeichen auf, es können sich aber auch Krankheitszeichen eines Atemwegsinfekt zeigen. Insbesondere Menschen mit chronischen Herz- und Lungenerkrankungen sind gefährdet, aber auch Patientinnen und Patienten mit einem schwachen Immunsystem.

 

Der neue Impfstoff ist nur zugelassen für Erwachsene. Diese Impfung wird für alle über 75-Jährigen von der STIKO empfohlen. Damit gilt sie in der Altersklasse als Standardimpfung. Insbesondere wird sie aber für Menschen ab 60 Jahren empfohlen, die in einer Pflegeeinrichtung leben oder die schwere chronische Erkrankungen haben (Erkrankungen von Herzkreislauforganen, Lungen und Nieren, Knochenmark oder unter immununterdrückender Medikation, Chemotherapie stehen oder Transplantation).

 

Ablauf der Impfung

Die Impfung kann parallel mit anderen Impfungen gegeben werden, sollte dann aber an zwei verschiedenen Injektionsorten gegeben werden. Sie kann wie jede andere Impfung auch zu Nebenwirkungen führen: Die häufigsten Nebenwirkungen sind Schmerzen an der Injektionsstelle sowie Müdigkeit, Muskel-, Kopf- und Gelenkschmerzen. Sie kann auch zu Allgemeinsymptomen wie Fieber oder Schüttelfrost führen.

 

In der Regel ist die Impfung aber relativ gut verträglich, auch besser als andere Impfungen, die im höheren Lebensalter empfohlen werden. Aktuell gilt die Empfehlung, dass die Impfung einmal im Leben verabreicht wird. Dies kann sich im Lauf der nächsten Jahre ändern, falls sich neue Erkenntnisse ergeben.
 

Bleiben Sie gesund!
 
 

geschrieben von Brigitte Sauter

Donnerstag, den 14. November 2024

Termine jetzt auch online buchbar


Liebe Patientinnen, liebe Patienten,


ab sofort haben Sie die Möglichkeit, auch online Termine bei uns in der Praxis oder für das Labor zu buchen (gilt nicht für die Gesundheitsvorsorge). Einfach Wunscharzt/ärztin angeben, einen der vorgeschlagenen Termine anklicken und auf unsere Bestätigung warten: www.termin-patmed.de/p/hausaerzte-habenhausen


Ihre Hausärzte Habenhausen

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